Wohnungssuche mittels innovativer Immobilien-Startups

Wir haben bereits einen Beitrag darüber verfasst, wie ihr die perfekte Wohnung findet. Abgesehen von den Platzhirschen Immonet, Immoscout24 und Immowelt gibt es auch noch weitere Anbieter am Markt, die unter die Kategorie Immobilien-Startups fallen und sich die momentanen politisch-rechtlichen Entwicklungen zu Nutze machen.

Die Regelungen von den wir sprechen, beziehen sich auf die Umsetzung zum Gesetzesentwurf zu Mietpreisbremse und Bestellerprinzip. Zukünftig zahlt derjenige den Makler, der ihn auch beauftragt hat (Bestellerprinzip). Eine generelle Abschaffung der Maklergebühren ist dagegen nicht geplant. Letztlich zahlt immer der Auftraggeber. Des Weiteren soll der unverhältnismäßigen Erhöhung von Mietpreisen bei Neuvermietungen ein Riegel vorgeschoben werden. Demnach darf die Miete bei Neuvermietung höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen (Mietpreisbremse).

In die Lücke, die durch das Bestellerprinzip geschaffen wurde, drängen momentan einige Immobilien-Startups, die für euch eine interessante Alternative zu den zuvor aufgeführten Platzhirschen sein könnten.

Im Folgenden stellen wir euch drei ausgewählte Startups vor, die unter anderem „keine Maklergebühren“, „keine Massenbesichtigungen“, „gemeinsame Wohnungssuche“ oder auch „vereinfachte Wohnungsuche“ anpreisen.

 

Faceyourbase: Matchingbörse für den Immobilienmarkt

Faceyourbase

Beschreibung: Das Münchener Startup Faceyourbase wirbt mit ausschließlich provisionsfreien Wohnungen auf ihrem Immobilienportal. Potentielle Mieter können sich mittels Facebook-Profil beim Vermieter präsentieren und für 99 Cent Fotos sowie persönliche Informationen hochladen. Vermieter wählen von einer Fotobewerberwand Mietinteressenten aus, die zur Wohnungsbesichtigung eingeladen werden. Neben dem USP der Fotobewerberwand garantiert Faceyourbase, das nicht mehr als 10 Bewerber zur Wohnungsbesichtigung eingeladen werden, sodass Massenbesichtigungen umgangen werden.

Kosten Vermieter: Kostenlos

Kosten Mieter: Wie bereits beschrieben kann sich der Mieter für einen Aufpreis von 99 Cent mit einem Foto sowie weiteren Informationen (Gehalt, Haustiere etc.) beim Vermieter bewerben. Ein 10er-Pass kostet 8,99 Euro und eine 30-Tage Flat beläuft sich auch 19,90 Euro. Auf der Startseite wird allerdings von einer beispielhaften Preisannahme von 39,98 Euro für dein neues Zuhause gesprochen. Diese Preisannahme beinhaltet die 30-Tage Flat für 19,90 Euro sowie einen Matchingfee und Anzeigenlöschungsfee. Dabei handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Aktion. Die Kosten für die Matchingfee belaufen sich im Normalfall auf 9,99 Euro für eine Terminbestätigung und die Anzeigenlöschungsfee beträgt bei erfolgreicher Vermittlung 29 Euro. Nach Adam Riese summieren sich die Beträge (ohne Aktion) auf 58,89 Euro.

 


Wohnraumkarte: Wohnungssuche mittels spezieller Karte

Wohnraumkarte

Beschreibung: Das Passauer Startup Wohnraumkarte verfügt über eine spezielle Karte auf der WG-Zimmer, Wohnungen sowie Häuser mit unterschiedlichen Markern gekennzeichnet werden. Diese Karte ist der USP des Startups und differenziert sich von der klassischen Listenansicht großer Immobilienportale. Das Jungunternehmen kooperiert mit der Deutschen Annington Immobilien Gruppe, die über rund 210.000 eigene und für Dritte verwaltete Wohnungen in ganz Deutschland verfügt. Aufgrund des Bestellerprinzipes ist der Mietvertragsabschluss für die Immobiliensuchenden provisionsfrei.

Kosten: Kostenlos

 


Homewhere: Portalübergreifende Wohnungssuche im Team

Homewhere

Beschreibung: Homewhere ist eine Projekt aus dem Hause der tabLab GmbH aus Schleswig-Holstein und möchte die Wohnungssuche zukünftig einfacher gestalten. Der Mietinteressent muss lediglich ein Profil mit seinen persönlichen Daten anlegen mittels dessen er sich auf Inserate unterschiedlicher Immobilienportale (Immonet, Immoscout24, Immowelt oder auch eBay Kleinanzeigen) gleichermaßen bewerben kann. Zudem besteht die Möglichkeit Freunde zur gemeinsamen Wohnungssuche einzuladen, die wiederum Angebote kommentieren und weitere Wohnungen vorschlagen können. Die Webseite von Homewhere befindet sich zur Zeit noch im Aufbau und sollte ich naher Zukunft gelauncht werden.

Kosten Vermieter: 99 Euro pro Monat

Kosten Mieter: Kostenlos

 

Unser Tipp zum Klarkommen:

Insbesondere das Immobilien-Startup Wohnraumkarte wusste durch eine sehr gute Usability zu überzeugen und besitzt durch die Kooperation mit der Deutschen Annington Immobilien Gruppe ein starken Partner mit einer nicht zu vernachlässigenden Anzahl an Immobilien an seiner Seite. Der Hauptsitz der Deutschen Annington befindet sich in Düsseldorf, sodass eure Erfolgschancen im Raum Düsseldorf besonders groß sind.

Die perfekte Wohnung…

Eine Wohnung zu finden ist wahrlich kein einfaches Unterfangen. Besonders in den Studentenstädten gibt es diese, dank steigender Studentenzahlen, nicht gerade im Überfluss. Und selbstverständlich hat man ja auch gewisse Vorstellungen wie die eigene Wohnung auszusehen hat: Sie soll möglichst hübsch, groß und gut geschnitten, in einer guten Lage und dann auch noch bezahlbar sein. Klar, träumen kann man immer und wenn man viel Zeit hat, findet man mit Sicherheit auch die Wohnung, die all diese Wünsche erfüllt, aber Fakt ist, dass besonders in den großen Städten, bezahlbarer Wohnraum rar ist und dass man es in der Regel, besonders zu Beginn des Semesters, ziemlich eilig hat, schnell eine Wohnung zu finden. Darum haben wir nachfolgend mal ein paar Tipps zur Wohnungssuche zusammengefasst, die uns bei unserem „Projekt Wohnungssuche“ sicherlich viel Zeitaufwand und Frust erspart hätten:

 

  1. Überlegt euch gut was ihr wollt und was ihr wirklich braucht. Die Wohnungssuche unterscheidet sich stark anhand der Anforderungen, so sucht man zum Beispiel ein WG-Zimmer auf einer anderen Plattform als eine eigene Wohnung.
  2. Informiert euch auf den spezifischen Plattformen (eine Liste findet ihr weiter unten in diesem Beitrag). Auch die Suche in Zeitungsannoncen kann manchmal sehr zielführend sein, da es tatsächlich noch Vermieter geben soll, die die Vermietung über Makler ablehnen und möglicherweise mit dem Internet nicht vertraut sind bzw. schlechte Erfahrungen gemacht haben. Da könnte sich der ein oder andere Geheimtipp verstecken. Darüberhinaus bieten die meisten Universitäten ein schwarzes Brett, auf dem sich gute Angebote befinden könnten.
  3. Kontaktiert die Kontaktperson möglichst per Telefon, dann kann eure Mail nicht untergehen oder ungelesen gelöscht werden. Solltet ihr dennoch auf das Medium E-Mail zurückgreifen, schreibt, je nach Anforderung (sicher möchte ein WG-Bewohner mehr über euch erfahren als ein Immobilienmakler), eine möglichst informative Nachricht und sendet unter Umständen sogar ein Bild mit.
  4. Wenn ihr zu einer Besichtigung eingeladen werdet, seid bestens vorbereitet. Bei WG-Castings überlegt welche Charaktereigenschaften die Bewohner bevorzugen. Informationen erhaltet ihr im Nachrichtenverlauf (auch zwischen den Zeilen) und bestenfalls auch über soziale Netzwerke. Aber beachtet, dass ihr euch beim Kennenlernen nicht verstellt. Es nützt niemandem etwas, wenn sich hinterher herausstellt, dass man sich eigentlich gar nicht versteht. Mitbewohner sollten  zueinander passen. Etwas anders gestaltet sich das mit Maklern oder Vermietern. Mit denen müsst ihr ja nicht zusammenwohnen. Wenn ihr die Wohnung wollt, könnt ihr eure beste Seite ruhig auch noch etwas aufpolieren. In dem Falle ist es auch hilfreich, bereits eine kleine Bewerbungsmappe mit Selbstauskunft, Elternbürgschaft und Schufa-Auskunft vorbereitet zu haben.
  5. Und wenn das alles nichts hilft, bieten die meisten Plattformen die Möglichkeit einen „Wohnungsgesuch“ einzustellen. Vielleicht gefällt einem Vermieter ja dein Profil und kontaktiert dich, dann bist du zumindest auch außer Konkurrenz oder man mietet sich zunächst in ein befristetes Zimmer ein. Damit hat man ein Dach über dem Kopf, verschafft sich Zeit für die richtige Wohnungssuche und erhöht die Chancen auf die „perfekte Wohnung“.

 

Online-Plattformen für die Wohnungs- oder WG-Suche:

www.wg-gesucht.de

www.studenten-wg.de

www.immobilienscout24.de

www.immonet.de

www.studentenwohnungsmarkt.de/

 

Unser Tipp zum Klarkommen:

Fragt euch durch euren gesamten Freundeskreis und traut euch auch an die sozialen Netzwerke heran – irgendjemand kennt immer irgendwen, der jemanden kennt, der ein freies Zimmer zu vergeben hat oder einen Nachmieter für seine Wohnung oder sein Zimmer sucht. Solltet ihr euch dennoch durch Massenbesichtigungen und WG-Castings schlagen wollen oder müssen, seid immer gut vorbereitet, haltet Schufa-Auskunft und (ich weiß, das klingt streberhaft, aber es hilft wirklich) eine Bewerbungsmappe bereit. Bei WG-Besichtigungen solltet ihr euch, das ist ganz wichtig, nicht verstellen.